Altes Mauerwerk muss aufwendig entfernt werden. ©Marcus Lehmann

Alltag auf der Baustelle

Eine Straße hat nicht nur oberirdisch, sondern auch unterirdisch einen endlichen Raum. Zahlreiche Versorgungsrohre und -leitungen müssen so eingebaut werden, dass sie einerseits der oberirdischen Belastung durch den Verkehr standhalten und andererseits die Tragfähigkeit der Straße nicht gefährden. Insbesondere ist aber die Dokumentation sehr wichtig, um künftige Baumaßnahmen nicht zu behindern. 

Bei einer großen Baumaßnahme wie der CITYBAHN treten immer mal wieder ungewollte Hemmnisse durch Versorgungsleitungen oder nicht ausreichend dokumentierte frühere Baumaßnahmen auf. Darunter beispielsweise ein mit Stahlbeton gefüllter Posttunnel (wir berichteten). Zuletzt waren bei Erdbauarbeiten in der Hachestraße Datentrassen von verschiedenen Kommunikationsanbietern freigelegt worden, die nicht tief genug verlegt worden sind und daher umverlegt werden mussten. Zudem muss in der Hachestraße auf Höhe der Reichsbank ein Versorgungsschacht umgebaut werden, der unterhalb der Schienen gelegen hätte. Dieser Umbau dauert dreieinhalb Monate. „Auch wenn uns solche Vorkommnisse bei einem Großprojekt wie der CITYBAHN nicht überraschen, sorgen sie doch für gewisse Umplanungen und Einschränkungen“, erläutert Bauleiter Sebastian Brandenbusch von der Ruhrbahn. Nicht immer kann man einfach an einer anderen Stelle weitermachen.

Das gilt beispielsweise auch im Kreuzungsbereich Steeler Straße Herkulesstraße: Dort hat sich, auch beeinflusst durch das Wetter, ergeben, dass der Boden für die Baumaßnahme nicht die notwendige Tragfähigkeit aufweist. „Mit Bodenverbesserungsmaßnahmen, unter anderem durch das Einarbeiten eines Kalkgemisches auf ca. 700m2, bereiten wir den Boden für die Baumaßnahme auf“, sagt Sebastian Brandenbusch. Einbau des Gleiskreuzes hat sich daher um fünf Wochen verschoben. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern auf der Herkulesstraße musste der Boden sogar komplett ausgetauscht werden.